Als Circadianer Rhythmus bezeichnet man in der Chronobiologie zusammenfassend die inneren Rhythmen zahlreicher Lebewesen, die einen großen Einfluss auf die Funktionen des Organismus haben. Die Periodenlänge beträgt hierbei circa 24 Stunden. Sie entwickelten sich als Anpassung an die sich im Tagesrhythmus ändernden Umweltbedingungen. Aufgrund der Rotation der Erde um ihre eigene Achse verändern sich Umweltbedingungen wie die Temperatur, die Menge an Licht sowie die Verfügbarkeit von Nahrung und die Bedrohung durch Fressfeinde rhythmisch mit einer Periode von 24 Stunden. Lebewesen, die sich auf solche enormen Veränderungen eingestellt haben, besitzen einen entscheidenden Überlebensvorteil.

Die offensichtlichste Folge bei vielen Tierarten und beim Menschen ist der Schlaf – Wach – Rhythmus.

Allerdings lässt sich noch viel mehr mit der 24 – stündigen Periode in Verbindung bringen. Es weisen unzählige physiologische Parameter auf zellulärer Ebenen auf eine 24 – stündige Rhythmik hin. Hierbei dient die innere Uhr dazu, bei mehrzelligen Organismen, die in jeder Zelle vorhandenen Uhren miteinander zu synchronisieren, um wichtige Funktionen des Gesamtorganismus einen zeitlichen Rahmen zu geben. Somit arbeitet der Organismus nicht nur effektiver, sondern auch effizienter. Dieser Prozess kann sich auf einen genauen 24 – Stunden – Zyklus einpendeln, indem er sich mit Hilfe äußerer Reize, den sogenannten Zeitgebern, korrigiert. Der wichtigste Zeitgeber ist oftmals das Licht. Weitere Zeitgeber sind die Umgebungstemperatur sowie soziale Reize, wie zum Beispiel der Wecker. Licht ist vermutlich der Zeitgeber, dessen Wirkung am universellsten ist. Beim Menschen führt weniger Licht am Abend zu einer Verlangsamung der inneren Uhr, während Licht in den frühen Morgenstunden nach dem Aufstehen eine Beschleunigung derselben verursacht.

Zu den Steuerungselementen des circadianen Rhythmus zählen:

 

  • Kognitive Leistungsfähigkeit
  • Fettresorption und Gluconeogenese im Darm sowie weitere Stoffwechselfunktionen
  • Blutdruck
  • Körpertemperatur
  • Herzfrequenz
  • Konzentration von Immunzellen in verschiedenen Gewebearten und im Blut
  • Hormonspiegel, wie zum Beispiel Cortisol

Literatur

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